Island 2018 – 07.07.

Wieder zieht es mich nach Island. Nun ja, mancher wird sich fragen, warum gerade auf die größte Vulkaninsel der Welt mit seinen gerade 350 000 Einwohnern. Wir finden dort einen der höchsten Lebensstandards und Pro-Kopf Einkommen – mit anderen Worten alles ist teuer – der Welt. Gleichzeitig ist das Klima ozeanisch kühl und die Niederschlagsmenge hoch. Viele Regentage und wenig Sonnenstunden sind zunächst einmal nicht die besten Voraussetzungen bei der Wahl des perfekten Urlaubsziels.

Den Reiz macht die Vulkaninsel als solche mit seiner Landschaft, Flora und Fauna aus. Diagonal verlaufen die Kanten der nordamerikanischen und europäischen Platte unter Island hindurch. Überall dampft, brodelt und riecht es. Es ist fazinierend schön. Der Reiz liegt im wilden, ungezähmten. Man wird demütig, wenn man sich selbst ins Verhältnis setzt.

Und natürlich bedeutet Island ist ein Motorradeldorado. Es ist gut und richtig, dass freie Off Road fahren unter drakonische Strafen zu stellen. Es dauert Jahrzehnte, bis sich die karge Natur im Hochland von Verletzungen erholt. Wer sich aber an die Hochlandpisten mit Gravel, Schotter, Tiefsand und Wasserfurten hält, wird seinen Spaß haben und so manches Abenteuer erleben.

Deshalb Island!

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240 Kg – komplett!

In diesem Jahr hat Dickie Pause. Vor zwei Jahren standen 310 KG Motorrad- und Ausrüstungsgewicht auf der Waage. Ein echter Brocken. Nach den Erfahrungen soll es diesmal deutlich leichter werden. Die kleine SWM Superdual X soll es richten. Somit schlagen diesmal 240 Kg zu buche – minus 70 Kg, das ist sehr ordentlich. Dies ist sicherlich auch der mehrfachen Kontrolle der Ausrüstung geschuldet. Zwei 35 Liter Alukoffer und und eine Rolle mit der Campingausrüstung sowie ein kleiner 10 Liter Packbeutel für die nötigste Verpflegung werden es dann doch. Und was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahne, es wird mir der Wärmeschutz des Motorradanzuges fehlen. Alles in Allem ist mein Stadler Supervent jeden Cent wert. Doch dazu später.

Auch in diesem Jahr werde ich Island nicht alleine bereisen. Das ist sicherlich problemlos möglich, aber wenn es ins Hochland geht und man wirklich auf sich gestellt ist, ist man zu zweit immer besser dran. Auch das wird sich ziemlich bald bewahrheiten.

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Alle Systeme auf Go.

Ich habe Urlaub. Ich habe Zeit. Ich habe einen kleinen Einzylinder. Also werde ich keine Autobahn fahren. In drei Tagen geht meine Fähre in Hirtshals, Dänemark. Mein heutiges Ziel in ca. 500 km ist Dankerode, ein kleines Nest mit einem netten Campingplatz im Harz. Das Wetter ist perfekt, im Laufe des Tages wird es schon ein wenig warm. Am Vortag hat mich noch ein Anruf von Thomas erreicht. Er hat sein Visier ruiniert und braucht ein Ersatzvisier. Also werte ich die Bestände von Tante Luise aus und entscheide mich für einen Zwischenstopp in Nürnberg. Der Kauf geht problemlos, nur die Unterbringung des Visiers entpuppt sich als problematischer als gedacht. Mit zwei weiteren Spannbändern auf einem Aludeckel ist das Problem aber auch bald gelöst. Ich cruise weiter an Bamberg vorbei, Erfurt, Bad Frankenhausen und schließlich erreiche ich Dankerode im Harz.

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Home sweet home für die nächsten Wochen.
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Tolle Aussicht.

Der Campingplatz ist nett. Das Errreichen des Platzwartes gestaltet sich ein wenig abenteuerlich. Aber irgendwann steht das Zelt und ein Feierabendbier habe ich mir verdient. Nach „Reis an Thüringer Bratwurst“ verziehe ich mich dann doch zügig ins Zelt. Es wird windig und frisch. Ein schöner Tag neigt sich dem Ende.